Volle Netze an der Weser für die Regents II


2. Herren

Entgegen aller Vorhersagen, die schier apokalyptische Zustände verhießen, schlug das Wetter am vergangenen Sonntag keinerlei Kapriolen in Bremen. Gut für die zweite Herrenmannschaft der Hannover Regents! Bei Kaiserwetter fand das letzte Auswärtsspiel der Königsblauen von der Leine an der Weser statt. Da Headcoach Ryan Torrey noch an einer Sommerinfluenza laborierte, übernahm Regents-Urgestein Lars Hermann den Posten des Trainers. Dieser versammelte eine illustre Schar für die Reise in das fremde Bundesland um sich.

Es gelang ein Auftakt nach Maß, und nach drei Innings stand es bereits 9:0 für die Gäste aus dem schönen Niedersachsen. Dies war zum Großteil ein Verdienst des hannöverschen Ausnahmepitchers Leo Cramer, der glänzend aufgelegt war. Doch im unteren vierten Inning gelangen den Gastgebern drei Runs. Im fünften Inning geschah nichts erwähnenswertes. Im unteren sechsten Inning legten die Bremer mit zwei weiteren Runs nach – so stand es nur noch 9:5 für die Gäste aus der Messestadt. Sturmfest und erdverwachsen, so ließe sich auch das sportliche Ethos der Königsblauen beschreiben. Denn postwendend erfolgte das etwas Luft verschaffende 10:5. Die Bremer Stadtmusikanten pfiffen es von den imaginären Dächern, dies sollte trotz des überfallartigen Starts keine leichte Partie werden. Die rauen Kerle von der See wechselten mehrfach ihre Pitcher, was nur teils von Erfolg gekrönt wurde.

Bei den Hannoveranern teilte sich im weiteren Verlauf Cramer die Last mit dem Tausendsassa Cornelius Kast, der zunächst als Catcher ins Spiel gestartet war und dann im sechsten Inning 18 Meter weiter auf den Mound wechselte. Eine gute Entscheidung. Kast blieb so cool wie das sprichwörtliche Eis. Während des achten Innings brachen alle Dämme bei den Gästen – glücklicherweise nicht die Deiche, die nur einige Meter Luftlinie die Weser einhegen. Ganze acht Zähler kamen aufs Scoreboard, sodass ein Abbruch aufgrund der Ten-Run-Rule in greifbare Nähe rückte. Euphorie lag in der Luft. Die Gastgeber aus dem Stadtstaat mit der bundesweit höchsten Pro-Kopf-Verschuldung konterten mit einem weiteren Run. Dies sollte nicht genügen. So endete diese Begegnung mit 18:6.

Dies war gleichbedeutend mit dem Vizemeistertitel in der Verbandsliga. Die Mannen aus der Welfenstadt fielen sich in die Arme, denn es schien, als wäre ein Quelle nie versiegender Freude geöffnet worden. Was für ein Tag! Bei herrlichem Altweibersommer ging der vorletzte Spieltag zu Ende. Zudem blieben die Umpirekosten erschwinglich, da der stets über jeden Zweifel erhabene Thorsten Poeck das Spiel allein bestritt. Ein Highlight für alle war des Weiteren Diego Cerons Diving Catch an der 2nd Base im unteren sechsten Inning. Wenn man den schlechten Saisonbeginn bedenkt, dann sind die Regents II wie die Jungfrau zum Kinde zum Vizemeistertitel gekommen.

Das große Finale erfährt die diesjährige Saison am kommenden Samstag am Sahlkamp, wenn zum Ausklang dieser Spielzeit die Dohren Wild Farmers zu Gast sein werden. Los geht es um 13 Uhr.