Regents II beenden Saison trotz Niederlage als Vizemeister


2. Herren

Es war ein herrlicher Spätsommersamstag Ende September, an dem sich die jeweils zweiten Herrenteams der Dohren Wild Farmers und der Hannover Regents am Sahlkamp nahe dem Mittellandkanal zum formalen Saisonfinale trafen. Doch es ging um nicht mehr viel. Dass die Wild Farmers II bereits den Meistertitel der Verbandsliga Niedersachsen in der Tasche hatten, stand bereits seit einigen Wochen fest, zu groß war der Vorsprung des Teams von Hannovers ehemaligem Headcoach David Wohlgemuth. Somit war es das Duell Meister gegen Vizemeister – letzteres, also der Vizemeistertitel für die Regents II, stand allerdings erst seit vergangenem Wochenende nach dem Kantersieg in Bremen fest. Der wieder genesene Ryan Torrey gab für sein letztes Spiel als Trainer der Hannoveraner die Zielvorgabe, den starken Dohrenern ein möglichst enges Spiel abzuringen.

Danach sah es auch anfangs aus. Im ersten Inning schickte Hannovers Leo Cramer die ersten drei Schlagleute aus der Nordheide im Schnellverfahren zurück ins Gästedugout (Strikeout, Groundout, Strikeout). Doch nicht nur der Coach der Gäste war ein alter Bekannter, auch der startende Pitcher für die wilden Landleute spielte letzte Saison noch im Trikot der Regents: Fabrizio Cagliani fand als Pitcher nach einem Walk für Diego Ceron routiniert ins Spiel und sorgte seinerseits mit drei schnellen Outs (Cramer, Kast, F. Knölke) für einen schnellen Wechsel. U21-Nationalspieler Oliver Thieben begann das zweite Inning mit einem kleinen Paukenschlag, indem er den Ball weit genug schlug, um ohne zu sliden die zweite Base zu erreichen. Nach einem gespielten Dropped-Third-Strike für Tim Knölke (noch ein ehemaliger Hannoveraner) kam der nächste Schlagmann per Single auf die erste Base. Er und Thieben umrundeten im weiteren Verlauf des zweiten Innings die Bases für die 2:0-Führung für die Gäste. Cramer gab zwar noch einen Hit ab, konnte aber auch zwei Strikeouts verbuchen. Eine adäquate Antwort hatten die Landeshauptstädter leider nicht parat. Leadoff-Mann Jörn Höcker kam zwar auf die erste Base, verhungerte dort allerdings kläglich, weil die folgenden drei Batter der Regents nicht auf Base kamen. Cagliani und die Defensive der Dohrener ließen hier nichts zu. Im dritten Inning bauten die Farmers ihre Führung mit einem weiteren Run aus, im vierten um zwei weitere Zähler und im fünften um einen weiteren. So gingen die Hausherren mit einem 0:6-Rückstand ins sechtse Inning. Hier gelang es der Feldverteidigung erstmalig, den Gästen keine weiteren Runs zu ermöglichen. Aufgegeben hatten sich die Hannoveraner noch lange nicht. Bei bereits zwei Aus kam Jörn Höcker abermals auf die erste Base. Thore Pommericke folgte ihm durch Base on Balls. Anschließend kam Pascal Hagemann durch einen Error des Dohrener Shortstops auf Base, woraufhin Höcker den ersten Run für die Gastgeber scoren konnte. Der frisch eingewechselte Nils Hasenbanck schlug dann Pommericke zum 2:6 nach Hause. Mit Hasenbanck auf der 1st und Hagemann auf der 3rd Base bei zwei Aus beendete Cagliani das Inning bei nächsten Schlagmann mit einem weiteren Strikeout. Mit dem Gefühl, dass mit 2:6 noch nichts entschieden ist im Baseball, gingen die Regents im oberen siebten Inning wieder ins Feld. Neuer Pitcher für die Gastgeber war Pascal Hagemann. Was dann passierte, machte dann alle Hoffnungen zunichte. Die Erstligareserve aus Dohren scorte acht Runs, ehe die Regents drei Aus machen konnte. So ging es mit einem 2:14 ins untere siebte Inning. Danach war leider nur noch leichte Kosmetikkorrektur möglich. Diego Ceron gelang zwar das 3:14. Aber um das vorzeitige Ende durch Ten-Run-Rule nach dem siebten Inning abzuwenden, reichte es also nicht. Den Wild Farmers gelang es, aus zwölf Hits 14 Runs zu machen, die Regents hatte drei Runs aus sechs Hits auf ihrem Konto.

So ging die Verbandsligasaison 2017 mit einer deutlichen Niederlage, die nicht die ersten sechs Innings widerspiegelte, zu Ende. Unterm Strich sind die Regents II dennoch zufrieden angesichts eines ausgeglichenen Records von 6-6, wenn man zum einen die Dominanz Dohrens und zum anderen bedenkt, dass die zweite Mannschaft der Regents diese Saison gefühlt an jedem Spieltag mit einem anderen Kader spielte. So gesehen ist der Vizemeistertitel ein kleiner Erfolg. Besonders positiv war außerdem die Entwicklung die das Team im Verlauf der Saison genommen hat. Nach einem schwachen Start verbesserte sich das Team, vor allem durch die fokussierte Arbeit der Trainer, speziell technisch und im Wissen um das einfach herrlich komplexe Spiel.